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10.08 |
Ulrich Peltzer
Manchmal hat man Mitleid. Manchmal möchte man den Autor eines Tagebuchs beim Arm nehmen und ihm die Welt so zeigen,wie er sie zu sehen nicht in der Lage ist.Man möchte ihn auf andere Gedanken bringen, ihm andere Lektüren und andere Bekanntschaften empfehlen. Natürlich geht das nicht, denn meist ist er schon tot, aber auch, weil es Verstrickungen gibt – um nicht Logiken zu sagen –, die sich uns entziehen und die wir gerade deswegen schätzen. Schätzen ist nicht ganz das richtige Wort, besser wäre: die unsere Neugierde hervorrufen, unser Erstaunen, unser Entsetzen oder unsere Bewunderung. Insbesondere dann, wenn dieser Autor, diese Autorin, daneben ein Werk geschaffen hat, das uns ... mehr
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09.08 |
Josef HaslingerIm Jahre 2004 bereiste ich Istrien. Ich war überrascht von der angenehm mediterranen Atmosphäre, die mit den Bildern einer Nachkriegsgesellschaft, die ich von Reisen nach Bosnien und in den Kosovo kannte, nicht zusammenpassen wollte. Meine Gesprächspartner waren allesamt von liberaler Gesinnung. Nicht einmal im Malvazija-Weinkeller wurden nationalistische Töne angeschlagen. Haben sich die Tudjman-Anhänger alle verlaufen? Sie waren hier nie richtig zu Hause, wurde ich belehrt. So geht es mir immer.Das Böse macht einen großen Bogen um mich. In Amerika habe ich keinen einzigen Bush-Anhänger kennengelernt, und in Kroatien blieb mir der Ustascha-Nachwuchs verborgen. Nicht dass ich dem Frieden ganz getraut hätte, aber über angenehme Nachrichten zu klagen, i ... mehr
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07.08 |
Gila Lustiger
Die Tochter des deutsch-jüdischen Historikers Arno Lustiger wurde 1963 geboren,
studierte Germanistik und Komparatistik an der Hebräischen Universität in
Jerusalem und lebt als Journalistin, Lektorin und Schriftstellerin in Paris. Bekannt
wurde sie durch ihren ersten Roman «Die Bestandsaufnahme» sowie durch
ihre autobiografische Familiengeschichte «So sind wir». Zuletzt erschien «Herr
Grinberg ... mehr
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06.08 |
Klaus Nüchtern
Wer das Privileg hat, als fest angestellter Literaturkritiker arbeiten zu dürfen, braucht sich echt nicht zu beklagen: Er lebt vom Lesen und wird dafür auch noch anständig entlohnt – im Unterschied zum Fußvolk der freien Rezensenten, das dann oft die Bissen auflesen muss, die vom Festmahl übriggeblieben sind. Wie jeder andere Beruf hat aber auch der des Kritikers seine Schattenseiten: Aus schierer Muße zu lesen, ist so gut wie ... mehr
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05.08 |
Annette PehntDie 1967 geborene Literaturwissenschaftlerin und Schriftstellerin debütierte 2001 mit dem Roman «Ich muss los». In Deutschland, Irland und den USA hatte sie zuvor Anglistik, Keltologie und Germanistik studiert, sie lebte in Schottland und Australien und wohnt heute mit ihrer Familie in Freiburg im Breisgau, wo sie auch an der Universität unterrichtet. Zuletzt erschien ihr Roman «Mobbing»Ab und zu gönne ich mir ein Lesevorhaben außerhalb der Jetztzeit: einen Sprung aus der Gegenwart heraus, fremde Schreibweisen, luxuriöser Leseaufwand (leider geht ... mehr
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04.08 |
John von Düffel
Der vielfältig tätige Schriftsteller, Dramatiker, Übersetzer, Filmkritiker und Theatermann, Jahrgang 1966, lebt in Bremen und arbeitet als Dramaturg am Thalia Theater in Hamburg. Zuletzt erschien sein Roman «Beste Jahre»
Ich lese «Hamlet» von William Shakespeare, seit Wochen. Ich muss mich zwingen,dieses Stück zu lesen zumich-weiß-nicht-wievielten Mal. Lässt sich ein Text überhaupt neu lesen, den man in- und auswendig kennt? «Hamlet» ist schuld daran, ... mehr
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03.08 |
Nicholas Shakespeare
International bekannt wurde der britische Publizist und Schriftsteller als Biograf des Weltreisenden Bruce Chatwin. Niedergelassen hat er sich an einem Ort, an dem Chatwin nie war – in Tasmanien, der weltfernen Insel südlich von Australien. Tasmanien ist auch der Schauplatz seines jüngsten Romans «Sturm»
Ich schreibe in England, aber ich lese und reise in Tasmanien. Um schreiben zu können, muss man lesen. Es ist schwierig, in England zu lesen ... mehr
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01/02.08 |
Norbert Lammert
Der promovierte Sozialwissenschaftler aus Bochum ist seit 1980 für die CDU Mitglied des Deutschen Bundestags, bekleidete zahlreiche politische und parlamentarische Funktionen und amtiert heute als Bundestagspräsident
Es gab eine Zeit, da stand man, je mächtiger man war, desto näher an seinem Grabe.» Die Zeiten, scheint es, sind vorbei, aber sie bleiben aufschlussreich nicht nur als dramatische Epoche einer ... mehr
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