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Das Kriminal - Literatur
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Ausgabe 09/09
Der letzte Vampir

VON FRAUKE MEYER-GOSAU

Wenn einer, der soeben in ein von ihm selbst frisch gebügeltes Hemd geschlüpft ist, um sich nach London zu einer internationalen Polizeikonferenz über die «Regelung der Migrationsströme » zu begeben, zuvor noch schnell bei einer schwierigen Katzengeburt assistiert (widerwillig, aber immerhin), dann handelt es sich bei dieser Person aller Wahrscheinlichkeit nach um Jean-Baptiste Adamsberg. Der Mann ist Kommissar im Pariser 13. Arrondissement, «Wolkenschieber» sowie Held der Kriminalromane von Fred Vargas – ein Wesen mit sehr besonderen Anlagen und Verhaltensweisen. Allerdings kann er über seine Talente keineswegs bewusst und planmäßig verfügen. Vielmehr wird Kommissar Adamsberg in all seinen Handlungen und Reaktion ... mehr
Ausgabe 07-08/09
Das Kriminal
Die Mörderin ist ein Menetekel
VON FRAUKE MEYER-GOSAU

Alles lässt sich regeln, man muss nur wollen! »Dies ist die Lebensregel von Adriani Charitou, der Gattin des Athener Kommissars, der sich im Beruf mit seinem selbstdarstellungsfreudigen, in der Sache dagegen weitgehend inkompetenten Vorgesetzten Gikas und daheim mit dem kampflustigen Energiebündel herumzuschlagen hat, das seine Ehefrau ist: Kostas Charitos hat es nicht leicht. Mit bäuerlichem Eigensinn und einem allzeit präsenten Sarkasmus gesegnet, hat er allerdings in den zurückliegenden vier Kriminalromanen von Petros Markaris jeweils das Bestedaraus gemacht, sehr zum Nachteil der griechischen Unterwelt mit ihren Verflechtungen bis hinein ins internationale Großkapital. ... mehr

Ausgabe 06/09
Das Kriminal
Hey, mighty Brontosaurus
VON FRAUKE MEYER-GOSAU

Er ist der Meister: Arne Dahl. Und wenn der Meister sich vornimmt, in seinem siebten Kriminalroman einen Stoff auszubreiten, der sich von der Schlacht um Stalingrad im Jahr 1942 bis ins (jedenfalls äußerlich) sonnige Stockholm der Gegenwart erstreckt, dann funktioniert das auch. Trotz aller Hindernisse, die er sich selbst in den Weg legt; der Meister Dahl springt von Buch zu Buch gern immer noch etwas höher und weiter. Seit seinem Roman «Misterioso», der 2003 auf Deutsch erschien, setzt er dabei auf die (von ihm erfundene) «A-Gruppe», eine Sondereinheit der schwedischen Kriminalpolizei zur Aufklärung von Verbrechen mit internationalem Hintergrund. Von Anfang an hatte ... mehr

Ausgabe 05/09
Laurenti, hilf!
VON FRAUKE MEYER-GOSAU

Das ist nicht ganz ungewagt: Auf einer Lipizzaner-Stute sprengt, an einem Damensattel festgebunden, ein halb gelähmter junger Mann durch die Wiesen, und ein Pitbull-Terrier wird zum Ich-Erzähler–wenn der für Gewaltverbrechen in der Stadt Triest zuständige Vicequestore Proteo Laurenti in den Ausruf «Diese Stadt! Nichts ist hi ... mehr

Ausgabe 04/09
Das Kriminal Melancholisch in Turku

VON FRAUKE MEYER-GOSAU

Sind es die tollen Namen: Aapeli Raantamo, Kai-Peteri Hämäläinen, Salme Salonen? Oder ist es das Bunte und Naturnahe – rote, blaue und gelbe Holzhäuschen an besonnten Schären, in deren Rücken ein dunkler Tann dräut? Wahrscheinlich ist es genau dies, was die Leser zu den skandinavischen Krimis zieht: dass hinter all dem strahlend Hellen immer schon das Düstere wartet – Melancholie. Noch ist der erste Mord nicht geschehen, da weht bereits ein Hauch abgründiger Weltkenntnis durch die Seiten, breitet sich ein Gefühl allgemeiner Leidenserfahrung aus, das den Schritt selbst des hartnäckigsten Verbrecherjägers um entscheidende Sekunden zu verlangsamen vermag. Das ihn andererseits umso wacher, flinker, einfal ... mehr
Ausgabe 03/2009
Das Kriminal Maniküre à la Hussein

VON FRAUKE MEYER-GOSAU

Wien, Paris, Rom, Berlin, New York, Stockholm, Athen, Venedig, Istanbul und so weiter– wer Kriminalromane liest, profitiert gleich dreifach. Er bekommt es mit Vorkommnissen zu tun, die (üblicherweise jedenfalls, hoffentlich) außerhalb seines eigenen Erfahrungsbereichs liegen. Er kann seinen Kopf ein bisschen anstrengen, um schon vor der Auflösung des Geschehens durch den Autor herauszufinden, wer da wen auf welche Weise hingemacht hat. Schließlich aber kann er sich,ohne einen einzigen Schritt zu tun, an Orten von einigem Nimbus aufhalten,mit denen sich angenehme Erinnerungen verbinden oder in die er lesend zum ersten Mal eintaucht: Die Kriminalliteratur ist eine V ... mehr
Ausgabe 12/2008
Jung sein in England, als Pakistani
VON FRANZ SCHUH

Ja, diesesBuch ist eines der besten seiner Gattung: «Schwarzer Sommer» von Camilla Way (rororo, 8,95 ¤). Die Gattung ist ein «Psycho-Thriller», und gewöhnlich muss man sich vor solchen Thrillern fürchten, weil der Wahnsinn den Autoren die Lizenz zu jeglichem Unfug verleiht. Das Buch hat mich sehr traurig gemacht, weit über das Maß hinaus, das Unterhaltungsliteratur sich erlauben dürfte. Erstens steckt in «Schwarzer Sommer» eine Grundwahrheit über das Menschliche. Ich formuliere es kitschig: Die Liebe kennt gefährliche Perversionen, die durch die Liebe, nein: nicht heilbar sind. Aber die Liebe kann auch die Sehnsucht nach Heilung von diesen ihr eigenen Perversionen provozieren. ... mehr

Ausgabe 11/2008
Ein Prost mit der Feuerzangenbowle

Der Herr Bueb kann sagen und schreiben, was er will: Schule ist Krieg – und Lehrer sind ebenso oft Krieger wie Kriegsopfer

VON SIBYLLE BERG


Vieles gibt’s,das man vermutlich erst im Herbst des Lebens zu schätzen weiß: Bergwanderungen. Schweigende Ehepaare. Oder Lehrer zum Beispiel. Nicht Tanzlehrer oder Tauchlehrer, sondern jene, die uns am meisten geprägt haben: die Schullehrer. Rückblickend und mit jener milden Verblödung, die man gerne und in völliger Verleugnung der Wahrheit «Weisheit» nennt, hält man den Kopf schief und murmelt: jaja, der Rindlisbacher.
Und meint damit eben jenen Rindlisbacher, der einem ein Fach in der Schule nicht zur Hölle machte – den einen Lehrer, dem man aus undurchschaubar ... mehr
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