Suche 
 
 
Ausgabe 05/09
Editorial
lt_0509_edit
Als Thomas Mann, liebe Leserin, lieber Leser,

im Sommer 1949 zu den Feiern zu Goethes 200. Geburtstag nach Frankfurt und Weimar reiste, war die Botschaft klar: Der Eiserne Vorhang teilte Europa, und der Nobelpreisträger beschwor in Ost und West die Einheit der deutschen Kultur.

In diesem Mai feiert die Bundesrepublik den 60. Jahrestag ihres Bestehens und im November den Fall der Berliner Mauer von 1989. Berge von neuen Sachbüchern und Romanen landen dazu in den Buchhandlungen. Und das Gleiche gilt für all die anderen Jahrestage 2009: Golo Mann, Heinz Erhardt und das futuristische Manifest Marinettis werden 100, Wilhelm II. und der Kölner Hauptbahnhof werden 150, Darwin, Gogol, Mendelssohn Bartholdy, Lincoln und Edgar Allan Poe erreichen die 200, vor 250 Jahren starb Händel, und Schiller wurde geboren. Wir feiern 10 Jahre Euro, erinnern an Kurt Cobain (15. Todestag) und die Mondlandung (vor 40 Jahren) und spielen die Varusschlacht im Teutoburger Wald nach (vor 2000 Jahren). Nur ist nicht immer klar, was genau uns Heutige an all den Vergangenheiten interessiert.

Wer im Schwindel der Jahrestage das Karussell anhalten will, findet Orientierung im Schwerpunkt dieses Heftes: Hans Ulrich Gumbrecht entschlüsselt den neuen Hyper-Historismus, die Faszination am Zufall der runden Zahl (S. 14). «Erinnerungsereignisse» statt tatsächlicher Ereignisse hat der Philosoph Peter Sloterdijk in unserer Jubiläumskultur einmal erkannt. Im LITERATUREN-Interview spricht er über sein neues Buch «Dumußt dein Leben ändern», über den Versuch, alles anders zu machen, über Schönheitsoperationen und über Sport (S. 50).

Leibesübungen treiben auch andere in diesem Heft: Mit Cricket dringt der irisch-türkisch-amerikanische Schriftsteller Joseph O’Neill literarisch bis an die Ränder der US-Gesellschaft vor (S. 76). Der ungarische Fußballgott der fünfziger Jahre, Ferenc Puskás, spielt eine nicht unwesentliche Rolle in Péter Esterházys neuem Roman (S. 37). Und zu den Jubilaren dieses Jahres zählt nicht zuletzt der Dortmunder Ballspielverein Borussia 09.

Einen schönen Lese-Mai wünscht Ihre LITERATUREN-Redaktion

P. S.: Seit September 2007 hat Sibylle Berg die «Beiseite» geschrieben; dafür danken wir ihr.
Jetzt übernimmt der Schriftsteller und Musiker PeterLicht die Kolumne (S. 83).




Vorschau
Bestellen Sie unseren Newsletter mit der regelmäßigen Vorankündigung. Sie
erfahren schon im Vorfeld der Veröffentlichung den Heftinhalt.
Ihre Aktion
Anrede
Titel
Vorname
Nachname
E-Mail
Web Tipps
Partituren
Das Magazin für klassische Musik
Schwerpunkt: Beethoven

[X] Schliessen
kultiversum
Literaturen ist umgezogen - auf die neue Kulturplattform kultiversum.de. Dort finden Sie alle aktuellen Inhalte: www.kultiversum.de/Literaturen

Sie möchten Literaturen kostenlos kennenlernen, ein Abonnement oder ein Heft bestellen? http://www.kultiversum.de/shop.html

Auf www.literaturen.de finden Sie auch weiterhin die Inhalte der vergangenen Jahre.