
Kaum ein Land ist so intensiv erträumt, bereist und überrannt worden wie Italien, nirgendwo verbinden sich mit den Namen von Städten und Landschaften derart viele Glücksversprechen wie hier.
Die Hot Spots dieser Sehnsüchte sind Venedig, Rom und Neapel: Seit der Ära der klassischen Bildungsreisenden ergießt sich die (nicht nur deutsche) Italiensehnsucht in immer neuen Wellen über die Lieblingsstädte.
Friedrich Christian Delius schreibt über sein Rom – obwohl, wie er betont, gerade das Macht-Zentrum der Antike, des Papsttums und der politischen Gegenwart sich nicht aneignen lässt: Es ist der Mythos seiner selbst.
Lothar Müller nähert sich Venedig von der Lagune her – die aus dem Wasser wachsende Stadt wurde schon früh zur Spezialistin des Niedergangs und zog daraus die Dynamik zu einem neuen Aufstieg als Kunst-Metropole.
Im Literaturen-Gespräch erklärt Dieter Richter, warum die Königsstadt Neapel sich zum Gegenpol Roms entwickelte; ihr vulkanischer Charakter stürzte die nördlichen Reisenden in Verwirrung. Die Fotografien, die diesen Schwerpunkt begleiten, stammen von Markus Kirchgessner und eröffnen ein Italien-Panorama von Venedig über Rom, Neapel, Capri und Positano bis zur Insel Lampedusa