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Kiran Nagarkar ist Indiens eigenwilligster Autor. Sein neuer Roman «Gottes kleiner Krieger» erkundet die spirituellen Wurzeln des Terrors. Ein Treffen in München und ein Gespräch über Heilige und Teufel Von Sigrid Löffler ein Name sei Khan. Zia Khan. So solle sein Held heißen, beschloss der indische Autor Kiran Nagarkar vor neun Jahren. Zia Khan solle ein Extremist sein – erst Islamist und Terrorist, danach Trappistenmönch und schließlich Hindu-Jünger. Ein Glaubens-Chamäleon solle er sein, doch in jeder Verwandlung immer Gottes kleiner Krieger bleiben. Seine Religion sei weder der Islam noch das Christentum noch der Hinduismus. Seine Religion sei der Extremismus als solcher, jenseits aller Konfessionen. Als dieser Schreckensmann in den 1990er Jahren erdacht wurde, lag der 11. September mit seinen Terror-Anschlägen noch in der Ferne des künftigen Jahrhunderts. Wenn der Roman «Gottes kleiner Krieger» in diesem Herbst auf Deutsch erscheint, konkurriert er mit zahlreichen neuen Prosabüchern, die den Terror zum Thema machen – allesamt geschrieben aus westlicher Sicht und allesamt fixiert auf das Bild des fanatischen Dschihadisten, wie er die Alpträume des verunsicherten Westens neuerdings heimsucht. Auch Nagarkars engerer Landsmann, der gleichfalls aus Bombay gebürtige, aber mittlerweile verwestlichte Salman Rushdie, hat in «Shalimar der Narr» unlängst einen Taliban-trainierten Attentäter seine Blutspur durch den Westen ziehen lassen (siehe Literaturen 3/2006). Nun geht Nagarkar noch einen Schritt weiter. Er setzt seinen Romanhelden Zia Khan seinerseits als Verfolger auf Salman Rushdie an. In seiner islamistischen Phase träumt Gottes kleiner Krieger von einer Allah gefälligen Großtat: Er versucht den kraft Fatwa für vogelfrei erklärten Autor der «Satanischen Verse» zu ermorden. Im Roman bleibt das Episode. Dass Salman Rushdie dem Vernehmen nach davon nicht sonderlich erbaut ist, unfreiwillig Romanfigur beim Kollegen Nagarkar geworden zu sein, gehört in den Bereich des literarischen Gossip – und der wird Nagarkars Roman wohl eher nützen als schaden. Nötig aber hat das Buch den Flirt mit dem Skandalreiz gewiss nicht. Von den anderen neuen Terror-Romanen unterscheidet sich «Gottes kleiner Krieger» vor allem in drei Punkten. Er ist nicht aus westlicher Perspektive geschrieben; er schildert nicht die Anwerbung eines radikalen Verlierers durch eine Terror-Organisation oder eine Koranschule – sein Held ist nicht das Produkt der Madrassas; und es geht in dem Roman nicht vorrangig um die Spannungseffekte, die sich den spektakulären Zerstörungsakten des heutigen transnationalen Terrorismus abgewinnen lassen (die grausamen Attentate, die Zia Khan als zeitweiliger Mudschaheddin-Anführer in Kaschmir verübte, werden nur indirekt erzählt, als Beichte des inzwischen bekehrten und umgetauften Trappistenmönchs «Bruder Lucens»). Mehr als für das Ausmalen von Terror-Attacken interessiert sich Kiran Nagarkar für Zia Khans seelische Disposition und seine moralische Entwicklung. Es geht dem Autor um fehlgeleiteten Idealismus, um die Pervertierung des Religiösen – nicht darum, Religion als Brutstätte von Intoleranz vorzuführen. Er konzentriert sich auf die spirituellen Einflüsse und die geistigen Kämpfe, die Zia, den behüteten Sohn aus liberaler Muslim-Familie in Bombay, zum Zeloten machen, ihn von einer Bekehrung in die nächste treiben und ihn zwar mehrmals die Gottheit austauschen lassen, ohne aber seine eifernde Hingabe an das Absolute zu erschüttern. Denn in einem bleibt Zia unbeirrbar, auch wenn er durch Kontinente und Konfessionen mäandert und die Berufe und Berufungen fast so rasch wechselt wie das Hemd – unbeirrbar hält er an der Gewissheit fest, ein Auserwählter Gottes und für nichts Geringeres auserkoren zu sein als für die Rettung der Welt. Nein zum Leben, Ja zum Giftschlucken Schon als Kind in Bombay wird ihm von seiner schwärmerisch frommen Tante Zubeida die Überzeugung eingeimpft, es sei ihm «vorherbestimmt, die Abtrünnigen zum Islam zurückzuführen». Zubeida erblickt ihre Mission darin, aus dem Neffen einen großen islamischen Heiligen zu machen – und in der Tat zeigt der Junge schon früh eine selbstquälerische Lust, sich in religiöser Ekstase den Rücken blutig zu peitschen. Er ändert zwar die Konfessionen, weil keine ihn auf Dauer befriedigen kann; der hysterische Drang aber bleibt, den Glauben durch körperlichen Schmerz zu intensivieren. Nach seiner Konversion zum Katholizismus erleidet Zia prompt die Stigmata. Und als er sich in einem Ashram der hinduistischen Zeremonie der Wiedergeburt unterzieht, bringt er sich durch die exzessive Einnahme des Reinigungsgiftes Soma beinahe um. Zias Extremismus zielt letztlich auf Verneinung des Lebens – auch des eigenen. An diesem Punkt kippt der Weltrettungswahn ins Unmenschliche, Masochismus schlägt um in mörderische Politik. Das Absolute erweist sich als nicht lebbar, als dem Menschenwesen zutiefst feindlich. Zias restliche Familie sieht’s mit Befremden, ja, Entsetzen. Sein Vater, Architekt und Chef einer bald bankrott gehenden Baufirma, seine Mutter, eine ganz und gar weltliche Luxusdame, sein nüchterner Bruder Amanat – sie alle erblicken in Zia weniger einen heiligen Eiferer als vielmehr eine Heimsuchung. Sie erleben ihn als einen Dämon an Intoleranz, Kompromisslosigkeit und Zerstörung, insbesondere, als Zia – noch in seiner Phase als fanatischer Muslim – seinen Bruder umzubringen versucht und sich von seiner Mutter brieflich lossagt: Sie verdiene, wegen Ehebruchs gesteinigt zu werden. Ein Heiliger muss lachen können In den Augen des Vaters ist Zia – in seiner katholischen Phase als Bruder Lucens – weniger ein heiligmäßiger Mönch als vielmehr Judas persönlich; und Amanat, das ganze Buch hindurch als Stimme der Vernunft Zias Kritiker und Gegenspieler, hält ihn allmählich für einen Satan. Dennoch lässt er nicht ab, um die Seele seines Bruders zu kämpfen – brieflich und sogar in Romanform. Amanat, ein Schriftsteller und Bollywood-Drehbuchautor, hält dem lebensverneinenden Wüten Zias eine positive Beispielfigur entgegen – Kabir, den indischen Mystiker des Mittelalters, den Helden seines eigenen Romans «Der Brandstifter». Kabir, von dem bis heute keiner weiß, ob er Muslim oder Hindu war, ist in allen Stücken Zias Gegenteil: fromm, aber tolerant, asketisch, aber lebens- und menschenfreundlich, gottfröhlich ohne verbissene Eiferei, geistig frei bis zur Blasphemie. Statt in die ewige Seligkeit einzugehen, provoziert Kabir den Herrgott so lange, bis dieser ihn schließlich des Himmels verweist: «Du bist für immer auf die Erde und unter die Menschen verbannt.» Genau darauf aber hatte der lachende Heilige es abgesehen. Zia ist empört und von Amanats Roman nur angewidert: In seinen Augen ist Kabir nichts als ein gotteslästerlicher Ketzer. Am liebsten würde die Familie Zias Zickzack-Kurs durch die Weltreligionen samt seinen inhumanen Exzessen ausblenden und ihn nur als das vielversprechende mathematische Wunderkind wahrnehmen, das er einst war. Tatsächlich führt Zias Hochbegabung ihn erst auf ein britisches Elite-Internat in Kerala und dann als Stipendiaten an die Universität Cambridge, wo er als brillanter Wirtschaftsstatistiker Zugang zu den Börsenjongleuren der Hochfinanz findet. Heiligt der Zweck alle Mittel? Die längste Zeit quält er sich damit ab, den Widerstreit zwischen seinem mathematisch-rationalen Genius und seinem religiösen Fanatismus auszuhalten – bis er schließlich die Mathematik als eine Art Mystik begreift und lernt, sein Talent für Zahlenzauber, vor allem seinen sechsten Sinn für Börsenspekulationen, in den Dienst seiner jeweiligen Kreuzzüge zu stellen. Er finanziert seine Weltrettungsprojekte – etwa den Wiederaufbau seines Trappistenklosters in Kalifornien oder seine amerikaweite Kampagne gegen die Abtreibung – mittels Börsengeschäften und Waffenhandel. Und an diesem moralischen Dilemma, alle Mittel durch den absoluten Zweck heiligen zu wollen, wird Zia Khan am Ende scheitern. Als ein afghanischer Warlord für seinen Dschihad gegen den Westen Dirty Bombs und andere Massenvernichtungswaffen beim Waffenhändler Zia ordert, sieht dieser keinen anderen Ausweg als den inszenierten Selbstmord. Bis zur realen Massenvernichtung möchte Gottes kleiner Krieger seinen Extremismus denn doch nicht treiben. Sein letzter Gedanke gilt – zu spät – ausgerechnet einer Erkenntnis des vermaledeiten Mystikers Kabir: «Es gibt nur eine einzige Gottheit, und die heißt ‹Leben›. Sie ist die einzige, die Verehrung verdient. Alles andere ist ohne Belang.» Was die Transzendenz anrichtet Das Erstaunliche ist, dass der tiefsinnigste Roman dieses Herbstes über die spirituellen Wurzeln des Terrors von einem Agnostiker geschrieben wurde. Er sei vollkommen areligiös, beteuert der Autor Kiran Nagarkar beim Gespräch in seinem Münchner Verlag, dem er, allen Abwerbungsversuchen zum Trotz, auch weiterhin die Treue hält. Der Herkunft nach sei er ein reformierter Hindu und zähle sich zur eher monotheistischen Richtung des Hinduismus, die nicht der Vielgötterei anhängt, sondern alle Götter in ihrer Vielgestaltigkeit nur als Ausdruck von Brahma, der universalen und unpersönlichen Weltseele, wahrnimmt. «Ich bin glaubenslos. Trotzdem zieht es mich, gegen meinen Willen, ständig zur Religion, besonders zum Polytheismus. Das Spirituelle lässt mich nicht los. Das Irrationale an der Religion fasziniert mich.» Genau genommen, handeln alle auf Englisch geschriebenen Romane Nagarkars – «Ravan & Eddie» (1995), «Krishnas Schatten» (1997) und «Gottes kleiner Krieger» (2006) – vom Einbruch des Religiösen in das menschliche Leben und davon, was solcher Einbruch der Transzendenz unter den Menschen anrichtet: auf den ersten Blick jedenfalls nichts Gutes. Die Menschen werden unglücklich und unduldsam und verzanken sich, sobald die Religion ins Spiel kommt. Diesen Grundgedanken variiert Kiran Nagarkar in seinen Romanen immer wieder. Gott Krishna als Ehestörer In «Krishnas Schatten» wird Mirabai, eine indische Prinzessin des 16. Jahrhunderts, von dem ekstatischen Traumgesicht heimgesucht, sie sei die erwählte Braut Krishnas, des blauhäutigen, Flöte spielenden, betrügerischen Gottes. Deshalb verweigert sie sich ihrem irdischen Bräutigam, einem Königssohn der Rajputen-Dynastie. In Trance singt und tanzt sie vor dem Tempelbild des Gottes und dichtet in gottseliger Vernarrtheit erotisch überhitzte Liebeslieder an den göttlichen Filou, der doch dafür bekannt war, dauernd mit unzähligen Gespielinnen zu tändeln. Krishnas Schatten verdirbt dem Prinzen nicht nur die Hochzeitsnacht, sondern die ganze Ehe. Bis heute gilt Mirabai als «kleine Heilige», große Mystikerin und eine der größten Dichterinnen Indiens. Aber mehr noch als für die Gottesschwärmerin interessiert sich Kiran Nagarkar in diesem historischen Roman für ihren irdischen Gatten. Sein Held ist der Hahnrei. Seine Sympathie als Autor gehört dem betrogenen Kronprinzen, einem Staatsmann, Krieger, Reformer und weltklugen Politiker, der angesichts der drohenden Invasion der Mogul-Eroberer sein kleines Königreich Mewar gegen äußere Unbill und innere Ränke zu schützen sucht – auch wenn ihn kein Gott je geküsst hat. Bollywood, Tempel der Vielgötterei Oder nehmen wir Ravan und Eddie, zwei überlebensgroße indische Lausbuben, die wegen der Religion keine Freunde werden können. Sie wachsen in einem Chawl auf, einer der überfüllten ärmlichen Mietskasernen von Bombay. Hindus und Christen leben im Chawl zwar unter einem Dach, aber ihre Billigwohnungen befinden sich in streng getrennten Welten – in den unteren Stockwerken hausen die Hindus, in den oberen Etagen die Christen aus der portugiesischen Provinz Goa. «Hindus und Katholiken in Bombays Chawls hätten genauso gut auf verschiedenen Planeten leben können. Sie sahen sich täglich und grüßten sich auch gelegentlich, aber ihre Wege kreuzten sich nur selten.» Ravan, der Hindu-Junge, und Eddie, das katholische Kind, sind getrennt durch zwei Religionen, zwei Kulturen, zwei Sprachen – Marathi und Konkani – sowie durch die Feindschaft ihrer Mütter. Auch sie werden von keinem Gott geküsst – und wenn doch, dann gewiss von falschen Göttern. Ravan verirrt sich zu den fanatischen Hindu-Nationalisten; Eddie seinerseits verfällt der Star-Anbetung und Vielgötterei des Bollywood-Kinos. Thomas Merton, ein leuchtendes Vorbild So unterschiedlich die drei englischen Romane Nagarkars sind – eine Pubertätsburleske, ein Historien-Epos, ein spiritueller Polit-Thriller – und so sorgfältig der Autor auch darauf achtet, in seinen Büchern alle Ambivalenzen auszubalancieren und keinerlei Botschaften vor sich her zu tragen, so unüberhörbar pocht doch in allen Romanen die Frage nach dem rechten Glauben – die Frage nach einer spirituellen Lebensführung, die Gott gefällig, aber auch den Menschen bekömmlich wäre. Um das Trappisten-Kapitel in «Gottes kleiner Krieger» schreiben zu können, das in einer fiktiven Abtei in der kalifornischen Sierra Nevada spielt, zog sich Nagarkar eine Zeit lang zur Einkehr in ein amerikanisches Kloster zurück. Zufällig war sein Abt dort ein enger Freund des seinerzeit berühmten Trappisten-Mönchs Thomas Merton aus der Abtei Gethsemani in Kentucky; er hatte, nachdem Merton 1968 in Bangkok einen grässlichen Stromtod gestorben war, dessen Leichnam in die USA überführt. Dieser Merton begann, den indischen Agnostiker zu faszinieren. Hier war ein katholischer Mönch strengster Observanz, der aber alle dogmatischen Engherzigkeiten überwand, sich in seinen späteren Schriften feurig um einen Brückenschlag zwischen Christentum und Buddhismus bemühte und lebhafte Kontakte zu führenden Buddhisten, namentlich dem Dalai Lama, unterhielt. Nagarkar sieht Thomas Merton auf einem ähnlichen spirituellen Weg wie den fröhlichen Mystiker und geistigen Brandstifter Kabir. Im Roman hat er ihm in der Gestalt des Abtes von Bruder Lucens ein Denkmal gesetzt: «Thomas Merton hat seine engstirnigen Ansichten im späteren Leben abgemildert, als er sich dem Buddhismus annäherte, voller Verständnis und Wohlwollen», so Nagarkar im Gespräch. «Der Abt in meinem Roman ist ähnlich großzügig und liberal, weise und voller Mitgefühl.» Und was lernt sein fanatischer Held Zia Khan alias Bruder Lucens aus dem Beispiel seines Abtes? Natürlich nichts. Rigorist, der er ist, versucht er vielmehr, den Abt wegen dessen Nachsicht mit den Nöten eines homosexuellen Mitbruders anzuschwärzen und aus dem Amt hinauszuintrigieren. Verschwendung als Prinzip Ja, räumt der Autor Nagarkar seufzend ein, das war schon strapaziös: neun Jahre in Gesellschaft eines derart widrigen Romanhelden zu verbringen. «Mit allen meinen Helden bisher konnte sich der Leser identifizieren. Aber hier hatte ich es mit einem Charakter zu tun, der den Leser abstoßen musste. Sieben Mal habe ich das Buch umgeschrieben. In immer neuen Versionen habe ich mich damit gequält, Zia trotz seiner befremdlichen Grunddisposition glaubwürdig zu machen und ihm so etwas wie Ehre zu verleihen. Ich wollte ihn vermenschlichen – bis ich erkannte: Zia ist ein Absolutist, er strebt nach Gottes Vollkommenheit, für Kompromisse ist da kein Platz.» Mag sein, dass das viele Umschreiben die Romanstruktur mit Erzählstoff überlastet und dem Protagonisten mehr an Gestaltwechsel zugemutet hat, als in ein Menschenleben passt; andererseits ist der Erfindungsreichtum bewundernswert, den dieser Englisch schreibende und mit allen Wassern der Weltliteratur gewaschene, bilinguale Autor aus Bombay verschwenderisch über jedem seiner Romane ausschüttet – Exuberanz als ästhetisches Prinzip. Die erzählerische Üppigkeit ist teuer erkauft: Kiran Nagarkar, Jahrgang 1942, der sich lange und mühsam als Werbetexter und Drehbuchschreiber für Bollywood durchschlug und daher die nackten Fakten seiner eigenen Biografie gerne im Ungefähren verschwimmen lässt, ist bisher kaum vom Erfolg verwöhnt. Seinen ersten Roman «Saat Sakkam Trechalis» (auf Deutsch: «Siem mal sex iss 43») schrieb er in seiner Muttersprache Marathi: «Das Buch wurde viel gelobt, aber binnen dreißig Jahren haben sich gerade mal eben 1500 Exemplare verkauft. Wenn ich eine Leserschaft erreichen wollte, blieb mir gar nichts anderes übrig, als auf Englisch zu schreiben. Und das wiederum verübeln mir meine Landsleute in Maharashtra als Verrat an der Muttersprache. Meine englischen Romane werden von ihnen totgeschwiegen.» Folgt eine zornige kleine Tirade über Borniertheit, Bigotterie und Heuchelei, made in India. Weil sich Nagarkars hassgeliebte Landsleute mit ihren 22 nationalen Idiomen weigern, auch nur die Sprache des jeweiligen Nachbarstaates zu erlernen, bleibt ihnen als einziges Kommunikationsmittel untereinander nur die Sprache der einstigen britischen Kolonialherren: «Die einheimischen Sprachen sind auf dem Rückzug. Englisch ist von der Peripherie ins Zentrum gerückt. Englisch ist die Zukunft der indischen Literatur.» on Kiran Nagarkar Ravan & Eddie. Roman Aus dem Englischen von Giovanni und Ditte Bandini. A1 Verlag, München 2004. 395 S., 24,80 § (als List TB 8,95 §) Krishnas Schatten. Roman Aus dem Englischen von Giovanni und Ditte Bandini. A1 Verlag, München 2002. 704 S., antiquarisch erhältlich (als List TB 10,95 §) Gottes kleiner Krieger. Roman Aus dem Englischen von Giovanni und Ditte Bandini. A1 Verlag, München 2006. 707 S., 28,80 §
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