Das Editorial |
Metamorphosen
Was Sie in Händen halten, liebe Leserin und lieber Leser, ist ein Wandel der Gestalt,
nicht des Wesens: LITERATUREN wird auch in Zukunft zwischen Ihnen und den Büchern
vermitteln; wird sich auch in Zukunft vor allem mit «guten» Büchern beschäftigen – mit
spannenden, eigensinnigen, unterhaltsamen, tiefgründigen, ungewöhnlichen Geschichten
und Gedanken; zugleich wird die Zeitschrift hoffentlich noch mehr interessierte
Menschen dazu verführen, Bücher zu lesen.
Die neue Heftstruktur ist orientiert an den Stufen, über die Literatur sich verwirklicht. Am
Anfang steht die Wahrnehmung der Welt, das Staunen, Sich-Wundern, vielleicht die
Lust an der Entdeckung. Erst dann beginnt man, sich diese Welt anzueignen und anzuverwandeln,
nachzudenken und zu schreiben. Wenn wir Glück haben, macht dann eine
Autorin, ein Autor etwas daraus – ein Buch, das wirklich sein Publikum findet. Und hat
dieses Publikum gelesen, gehört und gesehen, ist es am Ende womöglich ein anderes, als es
vordem war, und sieht die Welt mit anderen Augen. Entsprechend haben wir den Bogen
geschlagen. Und zusätzlich, wie bisher, ein Schwerpunktthema eingerückt, das in dieser
Ausgabe den Pop-Poeten Bob Dylan als längst fälligen Literatur-Nobelpreisträger
präsentiert.
Unter dem Bogen gibt es künftig eine künstlerisch anspruchsvolle Bildstrecke; ein Stück
Prosa oder einen Essay; und ein Gedicht – für LITERATUREN ausgewählt und kurz
kommentiert von Roger Willemsen. Dazu Porträts und Gespräche mit Schriftstellern. Hintergrundberichte
aus dem literarischen Leben. Kurzweilige Kolumnen. Rezensionen zu
den wichtigsten Neuerscheinungen auf dem Buch- und Hörbuchmarkt, von der Hochliteratur,
dem Krimi und der Science Fiction bis zum Sachbuch, gelegentlich auch dem Reiseführer
und dem Ratgeber. Ab sofort veröffentlicht LITERATUREN in jedem Heft eine Bestenliste
für Belletristik und Sachbuch. Und einen Fragebogen, in dem ein prominenter Zeitgenosse
Auskunft über sich und «seine» Bücher gibt – als Erster antwortet der Schauspieler
und herausragende Hörbuch-Leser Ulrich Matthes.
Dabei haben wir der neuen Gestalt natürlich auch eine neue Erscheinung gegeben:
LITERATUREN bietet künftig mehr Raum, mehr Klarheit, mehr Luft zum Atmen. Und folgt
somit auch auf der Ebene der Typografie, der Grafik und der Bildsprache dem Ziel
der besseren Orientierung. LITERATUREN wird künftig eine noch klarere Auswahl treffen;
wird die Bücher und Themen, die wir für bemerkens- und bedenkenswert halten, noch
stärker hervorheben; und wird darum künftig auch nicht mehr in zehn, sondern in sechs
Heften pro Jahr erscheinen. Um Ihnen als Lesern das Wesentliche bieten zu können,
wird sich die Zeitschrift auch in der Erscheinungsweise konzentrieren. Darüber hinaus
gibt es weiterhin das LITERATUREN-Special.
Klasse statt Masse: Wir hoffen, dass wir LITERATUREN so auch in Ihrem Sinne machen.
Und wünschen Ihnen viel Freude und Erkenntnis bei der Lektüre,
Ihr Friedrich Berlin Verlag
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